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SK Spillout über Szene und Clans

Subheadline: Es gibt keine Vorbilder und Ideale mehr
Interview

 Mit eSports Geld verdienen!

Ein Traum den jeder ambitionierter Spieler wohl hat. Der Ein oder Andere hat bereits ordentlich Gelder oder Sachpreise abgestaubt und andere wiederum kommen in den Genuss von LAN-Support. Doch war das nicht immer so. Alleine schon ein Clan -Shirt vom Clan gestellt zu bekommen war eine Wunschvorstellung, wenn man Jahre zurück geht. Und das nun eben Spieler von heute ihre teils absurden Vorstellungen überhaupt an Clans stellen können ist der verdienst von Visionären und Pionieren der damaligen Clanwelt. Von einfachen Spielern die im Laufe der Zeit zu versierten Clan Manager wurden und nach und nach nicht nur die Szene formten, sondern auch aus Clans das machten, was sie heute sind.

Die Art eines Managers kann einen ganzen Clan prägen. So auch die Bad Boys der damaligen Clanwelt. Nein, definitiv niemand wollte sich gegen einen der Member von Evil Axis anlegen. Einer von den eAxislern prägte unsere Community besonders. Sein Werdegang und Aktivitäten sind unvergleichlich. PeXeC, State of the Art [ST:AR], EvilAxis und aktuell SK-Gaming zählen zu seinen Clanstationen in den vergangenen 10 Jahren und bei den Projekten Xboxclans, XBlive, Know you Roots (Clanstammbaum), Teamkill LK (Gemeinschaftsprojekt führender Clans), Xbox-Liveforum, Hard Stuff (eMag) und der Consoles Sports League war ebenfalls beteiligt. Michael Malzer, besser bekannt als SK Spillout ist der dritte Interviewpartner unserer Reihe.

 

-10 Jahre eSports auf Konsole! Du hast die Anfänge miterlebt! Ist das für dich ein Grund zum Feiern?

Ich sehe das 10-jährige Jubiläum des Konsolenesports mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sicherlich war es für uns damals in der Anfangszeit ein weit entfernter, fast unrealistischer Traum dass man auch auf der Xbox dotierte Turniere spielt, Sponsoren bekommt und vielleicht sogar etwas Gehalt.

Dieser Zustand ist mittlerweile tatsächlich errreicht, nur ist damit alles viel unpersönlicher, oberflächlicher, angestrengter und flüchtiger geworden. Das war wohl der Preis den wir für die professionalisierung zahlen mussten. Für mich persönlich ist diese Entwicklung deshalb kein richtiger Grund zu feiern. Meine schönsten eSporterlebnisse hatte ich so 2005/2006, da war die Clanszene auf der Konsole noch im Aufbruch und es gab eine erfrischende, naive Kreativität in der Community. Auch der Zusammenhalt war besser weil es ja noch nicht so viel zu verdienen gab.

Trotz alledem habe auch ich einen großen Teil zu der jetzigen Entwicklung des Konsolenesports beigetragen, immer mit dem Vorsatz alles so groß und professionell zu gestalten wie auf dem PC. Mich darüber zu beschweren dass es jetzt genauso gekommen ist wäre also fehl am Platz. Jeder der sich bei dem aktuellen hohen Niveau durchsetzen kann und die Früchte des Erfolges erntet, dem gönne ich es auch obwohl das im Endeffekt nur die Lorbeeren sind die sich eine Gamergeneration vor ihnen verdient hat.

 

-10 Jahre dzs! Wie sieht man als ehem. evilAxis Leader, dass ein Erzrivale so lange besteht?

Vor allem muss man,  so schwer wie einem das als eAxis-Member auch fällt, Respekt für diese Leistung aussprechen! Jeder der in der Führungsriege eines Clans ist, weiß aus eigener Erfahrung wie viel Kraft, Zeitaufwand und Anstrengung, Geld und vieles mehr es kostet alles ständig auf dem Laufenden zu halten und „up to date“ zu sein was Spiele, Internetpräsenz, Sponsoren und Communityarbeit betrifft. Alleine schon das wurde in den letzten Jahren viel Komplexer.

Nur beinhaltet das noch gar nicht das wichtigste: Die Member, Teams und Erfolge. Und in beiden Kategorien hat es der „Konsolen-Dinosaurer“ dzs über die ganzen Jahre geschafft am Ball zu bleiben und eine Unmenge an schnell emporkommenden Konkurrenten auch wieder hinter sich zu lassen. Und da muss man ganz neidlos anerkennen: Sowas haben nur die Schinken geschafft!

Hut ab dabei an die Leader, denn bei der seit einigen Jahren bestehenden Situation des Abwerbens von Membern, Teams die nur ein paar Wochen bestand haben, gefloppten Clanspielen etc gehört schon viel Leidensfähigkeit dazu das auf die Dauer mit zu machen. dzs hat damit seinen Sonderstatus in der Community mehr als verdient.

 

eAxis arbeitete neben Community Projekten auch mit Printmedien zusammen.

 

-Massives Clansterben 2008 – Wie siehst du die Auswirkungen für unsere Clanszene?

Mit dem großen Knall 2008 ging vor allem viel Führungskompetenz und Erfahrung verloren, die Anzahl  Clans ist ja gar nicht unbedingt geringer geworden. Nur die Menge der eSport-Schwergewichte hat abgenommen. So ein Clansterben, unterstellen wir mal einfach eingefahrene Strukturen und zum Stillstand gekommene Entwicklung, kann ja eine reinigende Wirkung haben aus dem wieder neue, frische Konzepte hervor gehen. Oder es verliert sich viel in kleinen, weniger professionellen Gruppen die nur auf den schnellen Erfogl ohne viel Arbeit dahinter sind.

Leider ist wohl zweiteres eingetroffen, neue große, etablierte Teams die sich seitdem neu entwickelt haben kann man locker an einer Hand abzählen. Mir fallen da spontan nur 2-3 Stück ein obwohl die Möglichkeiten was Competitions und potentielle Gamer angeht immens gestiegen sind. Hier hat die Szene viel verschenkt. Die jüngeren Spieler sind einfach zu ungeduldig.


Author: SANGR3AL am 23.01.2013, 15:23 Uhr

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#1 von ReeVz 28.01.2013 - 12:05
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